Der Auftakt unserer Weltreise in Mumbai

Die erste Woche unserer langen Reise liegt hinter uns und wir befinden uns bereits am Flughafen für unser nächstes Ziel. Es geht an den Strand und hoffentlich an die (richtige) Sonne: Goa wartet auf uns! Weshalb „richtige“ Sonne? Dazu unten gleich mehr. Bevor wir nun in den Flieger steigen, kommen hier die ersten Indien-Eindrücke für euch.

Unsere Ankunft in Mumbai verlief leider alles andere als aufregend und spektakulär. Wir beide sind wohl noch nie an einem fremden Ort angekommen, an welchem wir so lange Zeit nichts von der Stadt / vom Land mitbekommen haben. Krankheitsbedingt waren wir leider an unser Bett gebunden und haben die ersten beiden Tage in unserer comfort-zone verbracht 🙂 – was keineswegs schlecht war. Es tat unheimlich gut viel zu schlafen – kam dies doch in den Tagen vor unserer Abreise viel zu kurz. Nachdem wir wieder einigermassen auf den Beinen waren, machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden.

Unser erstes Ziel: Das „Chhatrapati Shivaji Terminus“ (Mumbai CST) – der auch als „Victoria Terminus“ bekannte Bahnhof. Ein wirklich wunderschönes Gebäude.

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Was bei einem Mumbai-Aufenthalt natürlich nicht fehlen darf, ist der Besuch des „Gateway of India“, welches gleich neben dem berühmten „Taj Mahal Palace“ liegt. Oder das „Taj Mahal Palace“ neben dem „Gateway of India“ – wie auch immer ;-). Wie zu erwarten war, trafen wir auf eine riesige Menge von Menschen – ein guter Vorgeschmack auf das Taj Mahal ;-).

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Fernab von vielen Menschen sind die „Hanging Gardens“ zu finden. Diese sind auf dem „Malabar Hill“, einer sehr wohlhabenden Gegend von Mumbai, gelegen. Ein für Mumbai-Verhältnisse stiller und erholsamer Ort und gut um den Menschenmassen zu entfliehen. Leider ist dies doch auch schon alles was dieser Park unserer Meinung nach zu bieten hat. Viel mehr als einige mehr oder weniger geglückte Skulpturen aus „Buchsbäumen“ sind leider nicht anzutreffen. Aufgefallen waren hingegen wieder die vielen am Himmel kreisenden Greifvögel. Der Grund war ein von der Öffentlichkeit abgeschotteter Ort der sich neben den Hanging Gardens befindet. Genaueres über einen für unsere Kultur doch sehr gruseligen Brauch findet ihr hier.

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Eines der beeindruckensten Erlebnisse unseres Aufenthalts war eine Tour durch die Slums. Die Slums? Ja, zugegebenermassen war meine erste Reaktion, dass man das doch nicht unterstützen sollte und zweifelte ein bisschen am Vorschlag meines Liebsten. Jetzt muss ich sagen: Doch – es ist eine wirklich gute Sache und man sollte es eben doch unterstützen. Zumindest sagt uns das unser Gefühl und das, was die Organisation, mit welcher wir die Tour gemacht haben, vermittelt hat (Ein liebes Dankeschön nochmals an Kathrin die uns diese Tour empfohlen hat). Die Tour führte durch den zweit grössten Slum Asiens – den „Dharavi“. Bekannt ist dieser Slum auch dafür, dass einige Szenen aus „Slumdog Millionar“ hier gedreht wurden. Grundsätzlich könnte man die Slums auch alleine – also ohne einen Guide – begehen, gelten die Slums als relativ sicherer Ort. Auch ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich nicht ein einziges Mal unwohl gefühlt und Angst um meine Sicherheit gehabt hätte. Ganz alleine als Frau würde ich mich wahrscheinlich schon nicht hingetrauen (man muss es ja nicht provozieren). Für eine Gruppe aus Männern sollte dies allerdings schon ok sein. Trotzdem würden wir nach wir vor die Tour mit Guide bevorzugen da man schlichtweg viel mehr erfährt.

Die Slums sind ein unheimlich beschäftigter Ort, wofür auch die Anzahl Umsatz spricht: 665 Millionen US-Dollar pro Jahr. Eine erstaunliche Zahl. Beispielsweise ist in den Slums die zweit grösste Lederproduktion Indiens zu finden. Und es ist schlichtweg unglaublich was alles aus Abfall zur Wiederverwertung aufbereitet wird. In den Gässchen des Slums sind quasi nur Männer anzutreffen, welche ihrer Arbeit nachgehen. Teils wohnen diese dort oder reisen zur Arbeit von ganz Indien in den Slum. Und natürlich die vielen vielen zuckersüssen und sich ab unserem „Besuch“ freuenden Kinder. Es war schön zu sehen, wie glücklich diese Kinder trotz der ihr umgebenden Situation doch sind (oder es zumindest scheinen zu sein). Speziell war auch zu erfahren, dass die Menschen aus dem Slum gar nicht wo anders sein wollen. Rund um Dharavi schiessen Hochhäuser aus dem Boden – jedoch meinte unser Guide (er wohnt selbst auch im Slum), dass sie gar nicht dorthin ziehen wollen. Sie bewohnen seit jeher den Slum, warum sollten sie das plötzlich ändern? Ausserdem schätzen sie die Nachbarschaft. Apropos Wohnen im Slum: Ein zweistöckiges Haus, welches in etwa aus 10 – 15 qm besteht, kostet unglaubliche CHF 22’000. Leider können wir nun nicht die Bilder für sich sprechen lassen, da aus Gründen der Privatsphäre keine Fotos erlaubt waren – was aber auch absolut ok ist. Daher gibt es nur vom Anfang und Ende einen kleinen Einblick in (über) die Slums – ja und natürlich konnte ich beim Anblick von 3 jungen Kätzchen nicht widerstehen (der Junge hat sich auch gefreut als ich ihn fotografieren wollte). 🙂

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Ein nicht minder beeindruckender Ort ist „Dhobi Ghat“ – die Open-Air laundry von Mumbai. Man sagt, dass aus ‚ganz Mumbai‘ die Wäsche dorthin gelangt. Von Luxus- bis zu Budget-Hotels und Spitäler soll alles dabei sein. Ob wohl auch die Bettlacken und Duschtücher unseres Hotels dort gewaschen werden? Wir wissen es nicht – Fakt ist aber: es war immer alles perfekt sauber und hat gut gerochen :-). Wie im Slum sind auch in Dhobi Ghat nur Männer bei der Arbeit anzutreffen. Und es wird einem auch klar warum: Das Waschen scheint ein knochenharter Job zu sein. Anders als in den Slums ist hier die Arbeit nicht fest vom Wohnen getrennt. Während es in den Slums einen von der geschäftigen Gegend abgetrennten Wohnraum gab (was bei den vielen doch sehr giftigen Arbeiten und Gerüchen auch absolut sinnvoll ist), leben die Männer mitten an ihrem „Arbeitsplatz“. Es ist wohl nicht speziell erwähnenswert, dass dies alles andere als gesund ist. 😦

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Bedenklich ist der Himmel über Mumbai – oder besser gesagt das, was davon zu sehen ist. Wir sind uns ja doch schon Einiges von anderen Grossstädten wie Bangkok, Hongkong oder Shanghai gewöhnt – aber einen derartigen Smog wie in Mumbai haben wir bis jetzt noch nicht woanders gesehen. Spürbar ist dies natürlich auch im Verkehr Mumbais – eine Tuktuk-Fahrt kann somit nicht unbedingt mit dem besten Geruchserlebnis verbunden werden ;-). Und ehrlich gesagt empfanden wir die sehr verschmutzte Luft als weit schlimmer als den Schmutz am Boden. Was uns aber auch aufgefallen ist, dass zumindest Bemühungen da sind, die Stadt sauber zu halten. Ja, das mag sein, weil es eine Weltstadt ist und das Tor zu Indien repräsentiert und es ist sicher nicht überall im Land so – aber immerhin, es ist ein Anfang.

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Abgeschlossen haben wir unseren letzten Tag mit viel Zugfahren und dem zweiten Besuch des Gateway Of India – dieses Mal während der Abenddämmerung. Ja – und hier lassen wir mal einfach die Bilder sprechen, welche wir zwischendurch doch auch noch von uns machen konnten. Die Bilder, für welche wir als Sujet zur Verfügung gestanden sind, sind klar in der Mehrheit. 😀

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* Auf der Suche nach jemandem, der das perfekte Foto machen kann, ist es immer die beste Idee, Menschen zu fragen, welche selbst eine grosse Kamera mit sich herum tragen und womöglich noch über das gleiche oder bessere Modell verfügen. Von Vorteil sind diese zudem asiatischer Nationalität ;-). Sie kriegen schlichtweg die besten Fotos hin – auch wenn es danach DAS Touri-Foto schlechthin ist: Es sind sowohl wir, als auch das komplette Hotel drauf. #picturegoals

Die letzten Zeilen dieses Posts tippe ich gerade am Strand von Goa auf meinem iPad. Ein bisschen beschwerlich ja – aber bei sooooo viel Zeit, hihi… Wir sind gestern in Goa gelandet und wohnen nun in einem kleinen aber feinen Bungalow nur 5 Meter vom Strand entfernt. Wir haben uns für den Strand „Palolem“ entschieden, welcher der schönste in Goa sein soll. Und ja, was sollen wir sagen? Die Bilder und Berichte anderer Blogs sollen Recht behalten. Es ist wirklich traumhaft schön und der wohl chilligste Ort ever ;-). Dazu bald mehr! Und ja – nachdem wir bereits in Mumbai strahlendes Wetter hatten, sehen wir hier auch endlich blauen Himmel. So, und nun noch der Rest unserer festgehaltenen Mumbai-Eindrücke.

PS: „Live“ dabei sein könnt ihr bei Instagram, wo euch aktuelle Bilder erwarten noch bevor sie es auf den Blog schaffen!

Take care! Love, S & P

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13 Gedanken zu “Der Auftakt unserer Weltreise in Mumbai

  1. wow stephi! 🙂 mega blogpost, du hesch s’schriebe ächt em greff. D’föteli send au wahnsennig! :o) gnüsset euches abentüür.. i warte scho gspannt ufd fortsetzig! :o) Liebi Grüess us de chalte Schwiiz, Melanie Z.

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