Camper mieten in Australien – Unsere Erfahrung mit Apollo und StarRV

Vor einigen Tagen ging unser einmonatiges Dasein als Camper zu Ende. In einem der früheren Beiträge haben wir euch unser Zuhause auf vier Rädern schon von aussen gezeigt, aber noch nicht viel über das Innenleben verraten. Das möchten wir heute ändern und sogleich auch unsere Erfahrungen rund um das Thema Camper mieten / Campieren in Australien mit euch teilen.

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Auswahl des richtigen Modells

In dieser Hinsicht könnten die Bedürfnisse, bezüglich dem zum Campieren notwendigen Komfort, natürlich nicht unterschiedlicher sein: Während manche ein Zelt als völlig ausreichend betrachten, muss es für andere dann schon etwas in der Grösse eines Reisecars sein. Für mich persönlich (ja, ich bin in dieser Hinsicht definitiv diejenige von uns zweien, die sich ein bisschen mehr Komfort wünscht 😉 ) sind folgende Faktoren an einem Mietobjekt wichtig:

  • Eingebaute Toilette
  • Klimaanlage
  • Direkter Zugang in den Wohnbereich von der Führerkabine aus
  • Leben ohne allzu grosse täglich „Umbauten“
  • Alles kann von innen erledigt werden (keine Aussenküche oder ausziehbare Küche)

Wenn ein Modell diese Punkte vereint, wird die Grösse des Fahrzeuges für mich zweitrangig. Natürlich begleitete uns die letzten vier Wochen die absolute Luxus-Ausführung davon und wir freuten uns über massenhaft Platz und Freiraum zum Bewegen. Dass der genau gleiche Komfort aber auch auf kleinerem Raum verfügbar ist, hat zum Beispiel unser Camper gezeigt, den wir für einen fünf-wöchigen USA-Road Trip gemietet hatten. Hierfür habe ich in den Tiefen unseres Fotoarchives gewühlt und tatsächlich noch ein Foto gefunden. 😉

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Dieses Modell war für uns wirklich perfekt und wir würden es jederzeit wieder wählen. Wenn man den Schlafplatz oberhalb der Fahrerkabine wählt, kann man von einem separaten Essbereich (Tisch mit zwei Sitzbänken) profitieren (den man aber auch noch zu einem Bett umfunktionieren könnte). Die „Umbauarbeiten“ beschränkten sich bei diesem Modell wirklich nur auf das Herausziehen einer Vergrösserung für die Liegefläche des Bettes. Die Küchenzeile war innen an der Längsseite des Fahrzeuges installiert und neben dem WC fanden die Hersteller sogar noch Platz für den Einbau einer Dusche, die wir aber nie gebraucht haben. 🙂

Hätte sich ein vergleichbares Modell finden lassen, wäre unsere Wahl wohl wieder darauf gefallen. Da sich dieses aber leider bei keinem Anbieter im Angebot befand, mussten wir für eine Alternative Ausschau halten und haben uns nach langem Überlegen für ein Modell der Grösse für vier Personen entschieden. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen, dass unser Modell bei den Hinterrädern geendet hätte und dieser Teil fehlen würde. Wie wir nun ja aber wissen, kam es anders als wir dachten und wir tourten mit einem Modell der Grösse für sechs Personen der Ostküste Australiens entlang und das sah dann so aus :-).

Vermieter: Apollo, StarRV

Wir haben unser Fahrzeug direkt bei „Apollo“ gebucht. Patrick’s Eltern haben sich für „StarRV“ entschieden. Grundsätzlich gehören die beiden Anbieter unter dasselbe Dach, wobei StarRV eine Klasse besser als Apollo einzustufen ist. Das System funktioniert nämlich so, dass in der Klasse von StarRV neuere Fahrzeuge angeboten werden. Sobald ein StarRV-Modell 60‘000 Kilometer erreicht hat, wird es von Apollo übernommen. Wir bekamen ein Fahrzeug, das gerade 59‘000 Kilometer überschritten hatte und neu in die Apollo-Klasse übertragen wurde, während sich das Modell von Patricks Eltern bei etwas über 35‘000 Kilometern befand.

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Erfahrungen mit Apollo und StarRV

Natürlich war unsere Euphorie fast unbegrenzt, als wir unser Home Away From Home der anderen Art zum ersten Mal betraten. Wir hatten mit diesem zusätzlichen Komfort und Bewegungsraum wirklich in keinem Moment gerechnet und haben uns natürlich sehr darüber gefreut. Allerdings ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt und so machten sich nach vier Wochen Camper-Leben doch auch einige Mängel in Sachen Ausstattung der Modelle bemerkbar.

Es war erstreckend festzustellen, welche enorme Abnützung die Fahrzeuge – verglichen mit der bisherigen Einsatzdauer – schon durchlebten: Mückennetze, die nicht dicht waren oder sich gar ganz lösten. Esstische, die sich aus ihrer festen Verankerung lösten und nur bedürftig repariert wurden. Spezielle Druckknöpfe für das Verschliessen von Fächern funktionierten nicht mehr ganz. Das Polster der Sitzbänke löste sich oder war schon aufgerissen. Undichte Aussenfächer des Campers. Um nur einige Punkte zu nennen… Uns ist bewusst, dass der Zustand eines Fahrzeuges auch immer von seinem Halter abhängig ist – aber bei solchen Mängeln stellt sich auch immer die Frage bezüglich der Qualität des eingebauten Materials und der Wartung der Fahrzeuge respektive deren Innenleben (dazu gleich mehr).

Natürlich bat sich uns auch die Möglichkeit, einen direkten Vergleich zwischen zwei Fahrzeugen des (fast) selben Vermieters zu ziehen und der ist sehr zu unserem Überraschen ausgefallen: Zum Teil war die Abnützung im neueren Modell von StarRV gar mehr spür-/erkennbar als in unserem (älteren!) Modell. Zudem sollte man von der Vermietung erwarten dürfen, dass die Küchenausstattung in jedem Fahrzeug gleichwertig ist – was aber leider nicht der Fall war. Ganz viele Utensilien, welche in unserer Küche vorhanden waren, waren in der Küche des anderen Modells nicht vorhanden. Wenn man bedenkt, dass StarRV natürlich auch in einer höheren Preisklasse als Apollo spielt, ist so etwas ein absolutes No-Go.

Innenleben

Patrick und ich sind in das Abenteuer Camper-Leben grundsätzlich mit dem Gedanken gestartet, für vier Wochen über der Führerkabine zu schlafen. Das Schlafen dort waren wir uns aus der Vergangenheit bereits gewohnt und wir kamen damit auch prima zurecht. Als wir dann überraschenderweise ein grösseres Mietobjekt ausgehändigt bekamen, wurde dieser Schlafplatz natürlich hinfällig und wir haben den gesamten hinteren Bereich des Fahrzeuges zu einem grossen Bett umgebaut. Normalerweise wäre dies der Essplatz für sechs Personen. Zu viert konnten wir dann immer noch prima in der zweiten Essecke des Fahrzeuges Platz nehmen (was aber gleichzeitig auch noch zu einem Bett umfunktioniert werden könnte). Die Dusche haben wir auch bei diesem Fahrzeug nie gebraucht :-). Nach unserem Geschmack könnte auf den Einbau einer Dusche definitiv verzichtet und der Platz anderweitig verwendet werden – zum Beispiel für eine Geschirrspülmaschine, die wir schmerzlich vermisst haben ;-). Dafür gab es anderen praktischen Schnickschnack wie eine Mikrowelle, ein grosser Kühlschrank mit separatem Gefrierfach, drei Kochplatten und einen Fernseher (allerdings konnten wir diesen nicht einsetzen, da die notwendigen Anschlüsse fehlten).

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Rückgabe des Campers

Sehr unkompliziert, was aber gleichzeitig auch Einiges am Zustand der Fahrzeuge erklärt hat. Unkompliziert – sagen wir natürlich nicht nein. Aber – wenn von gemeldeten Schäden fast „beiläufig“ Notiz genommen wird (undichte oder ausgefallene Mückennetze, kaputtes Geschirr), wundern uns die kunterbunt durchmischten Ausstattungen der Fahrzeuge, die imensen Abnützungen und spärlich vorgenommenen Reparaturen natürlich überhaupt nicht mehr. Wie weit die Fahrzeuge nach der Abgabe wieder in Stand gesetzt werden, ist für uns wirklich fragwürdig. Aus unserer Sicht würde sowohl bei der Übergabe, als auch bei der Rückgabe des Fahrzeuges eine Bestandsaufnahme aller sich im Camper befindenden Gegenstände dazu gehören: Küchenutensilien, Kissen, Bettbezüge, Duschtücher usw.

BIG4

Heisst die bekannte Campingplatz-Kette Australiens, welche wir auch für die meisten Übernachtungen gewählt haben. Im Grossen und Ganzen waren wir mit diesen Plätzen sehr zufrieden. Wir haben die Campingplätze spontan angesteuert und keine Voraus-Buchungen gemacht und sind mit dieser Vorgehensweise zum Glück bis auf drei Ausnahmen gut gefahren. Allerdings waren die Plätze (zum Teil auch unter der Woche) äusserst gut besucht (vor allem durch Australier selbst). Ob sich das also so auch in der Hauptsaison ausgehen würde, ist fraglich. Empfehlenswert ist sicher eine nicht allzu späte Ankunft (Idealfall zwischen 15 und 16 Uhr). „Wild Campieren“ mussten wir nie – wir hatten letztlich noch immer ein Plätzchen gefunden. Nur ein einziges Mal, gleich zu Beginn unserer Reise im tropischen Norden Queensland’s, haben wir nur noch eine unpowered site gefunden. Allerdings hatte es die Nacht bei diesen Temperaturen ohne Klimaanlage natürlich gleich doppelt in sich. 🙂 Und nicht zu vergessen: Apollo / StarRV-Mieter geniessen bei allen BIG4 einen 10%-Rabatt.

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Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis, den ich nirgends so richtig reinpacken konnte: Natürlich braucht der ganze Schnickschnack eines solchen Innenlebens auch seinen Platz – in unserem Fall war das Fahrzeug knappe acht Meter lang. Dass ein Fahrzeug dieser Grösse im Strassenverkehr auch seine Nachteile mit sich bringt, dürfte jedem klar sein (Gleichzeitig ist es aber auch ein richtiger Eye-Catcher, hihi 😉 ). Allerdings hätten wir nicht damit gerechnet, dass sich die Parkplatzsuche sehr oft als äusserst herausfordernd darstellt. Selbst bei grossen Supermärkten gab es keine Plätze für übergrosse Fahrzeuge oder die Platzverhältnisse waren ohnehin schon knapp. Aber irgendwie klappt am Schluss ja doch immer alles und wir hatten eine wunderbare Zeit <3. Und wahrscheinlich werden wir schon ganz bald wehmütig auf die Zeit ohne tägliches Packen zurückblicken. 😉

photos: Daniel Bleuer, Patrick Bleuer
edit: Stephanie Lehmann

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